Exkursion zur Hörgeräteakustikerin in Berlin Schöneberg
"Hörimpuls Hankel & Schmidt"
Duales lernen heißt, dass Theorie und Praxis miteinander verbunden werden soll!
In unserem Fall fand diese Verknüpfung mit dem naturwissenschaftlichen Unterricht und
dem Betrieb Hörimpuls Hankel & Schmidt in Schöneberg statt.
In der Klasse 10B -unter der Leitung von Frau v. Schwartzenberg-Rüttgerodt- wurde das Thema Schall, der Aufbau des Ohres und die Weiterleitung des Schalls bis hin zum Hörnerv besprochen. Einen besonderen Schwerpunkt bildete das Thema Lärm, welcher in der heutigen Zeit bei Jugendlichen besonders beim Hören von Musik über Kopfhörer eine bedeutende Rolle spielt. Der Schädigung der Ohren bzw. des Hörens müssen daher immer mehr Aufmerksam geschenkt werden.
Der Betrieb Hörimpuls Hankel & Schmidt in Schöneberg lud uns ein, um uns die Tätigkeiten einer Hörgeräteakustikerin näher zu bringen.
Frau Hankel (Inhaberin des Geschäftes und Meisterin des Berufes Hörgeräteakustikerin) berichtete, worin ihre Aufgaben liegen.
Zuerst zeigte sie uns an einem großen Ohrmodell den Weg des Schalles von der Ohrmuschel bis zum Hörnerv und welche Störungen, z.B. durch Unterdruck im Mittelohr, auftreten können.
Bei Menschen mit Hörminderung wird zuerst ein Audiogramm, ein ausführlicher Hörtest vorgenommen, um über die Art und das Ausmaß der Hörbehinderung etwas zu erfahren.
Eine Bedarfsanalyse zeigt, in welchen Situationen Probleme beim Verstehen auftreten und ist notwendig, um mit dem Kunden das geeignete Hörgerät auszuwählen und zu programmieren.
Es wurden bei den Schülern Messungen ihres Hörvermögens vorgenommen, sie konnten testen, wie man mit einem Hörgerät hört und wie viel Hightech bei den modernen Hörgeräten bereits vorhanden ist.
Ebenso sahen sie erstmalig, wie es wirklich im Gehörgang aussieht, indem sie ihren Mitschülern mit einem Otoskop in die Ohren sahen.
Die Beratung über den Gehörschutz gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben. Für die Schüler/innen war besonders spannend zu erfahren, wie laut ihre Musik über die Kopfhörer ist. Frau Hankel wies darauf hin, dass Lärm unerwünschter Schall ist, der Menschen belästigt, stört oder gar die Gesundheit beeinträchtigt. Diesen Schall hat sie mit einem speziellen Messgerät gemeinsam mit den Schülern sichtbar gemacht. Es wurde die Musik, die über die Kopfhörer direkt ins Ohr geleitet wird, die Lautstärke der Stimme, wie auch der Lärm, der auf der Straße durch vorbeifahrende Auto entsteht, gemessen. Das jeweilige Ergebnis konnten die Schüler/innen direkt auf der Anzeige des Messgerätes ablesen.
Es war insgesamt eine sehr spannende und informative Veranstaltung für die Klasse 10B.
Für eine Schülerin war dieses Berufsfeld sogar so spannend, dass sie direkt die Frage nach einem Praktikumsplatz stellte. Sie darf ab kommenden Montag dort ein Praktikum beginnen.
Nachfolgende Bilder geben einen kleinen Einblick in diese Exkursion.
Barbara v. Schwartzenberg-Rüttgerodt Made by Zaynab
Die Vielseitigkeit des Dualen Lernens in der Klasse 10 B unter der Leitung von Frau v. Schwartzenberg - Rüttgerodt
Unsere Aufgabe sehe ich darin, eine Verbindung zwischen der Arbeitswelt und der Schule schaffen! Dazu hat sich die Klasse 10 B (Projektklasse / Produktiven Lernen) gemeinsam mit mir etwas Besonderes überlegt.
Im Unterrichtsgespräch und der gleichzeitigen Herstellung von Pappmacheepuppen haben wir im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts u.a. auch das Thema der Sinnesorgane -hier speziell das Ohr- besprochen. Es hat sich herausgestellt, dass bereits Schüler unter dem Problem Tinnitus leiden, der entweder spontan oder auch schon dauernd vorhanden ist.
Wir wissen, die Welt hat sich verändert - schnell und LAUT! Ständig wird Musik über Kopfhörer gehört und dies nicht immer in geringer Lautstärke Hören ist der erste und letzte Sinn des Menschen. Das Gehör ist unser Tor zur Welt, aber wir leben in einer lauten Welt und deshalb werden unsere Ohren stark belastet. Die Ruheintervalle für unsere Ohren werden immer kürzer. Werden die Augen müde, können wir sie schließen und ihnen Erholung gönnen. Unser Gehör aber können wir nicht abstellen. Unsere Ohren sind immer bereit - Lärm wird immer wahrgenommen. Tag und Nacht!
Die Beanspruchung unseres Gehörs durch Lärm nimmt ständig zu: ob in der Freizeit oder während der Arbeit und beim Hören und Spielen von Musik.
So sind wir auf den Beruf des/r Hörgeräteakustikers/in gekommen, die/der versucht, Menschen mit einer Hörminderung wieder zu einem möglichst natürlichem Hörvermögen zu verhelfen.
Die Hörgeräteakustikerin Frau Sofia Hankel hat diesen Beruf gelernt, ihren Meister gemacht und besitzt ein Geschäft mit dem Namen Hörimpuls Hankel & Schmidt in Schöneberg in der Grunewaldstraße und bildet junge Menschen für diesen Beruf aus.
Was hat das mit den Puppen zu tun, wird man sich jetzt fragen. Diese befinden sich in den beiden Schaufenstern dieses Geschäftes und erfreuen nicht nur die Kundschaft!
Ein paar Fotos befindet sich weiter unten. Es zeigt sich hieran, dass sich auch Verbindungen herstellen lassen, an die man sonst nicht denken würde.
Wir übernehmen Verantwortung
Schüler der Praxisklasse A erarbeiten in einer Projektwoche das Thema alternative Energieformen mit dem Leitgedanken "Wir übernehmen Verantwortung"
(projektleitende Lehrerin Barbara v. Schwartzenberg-Rüttgerodt)
Naturwissenschaften sind die Grundlage unseres täglichen Lebens und gut ausgebildete und informierte Schüler/innen sind für uns auch in der Zukunft von zentraler Bedeutung.
In der Woche vom 21.02.2011 bis 25.02.2011 beschäftigte sich die Praxisklasse A mit ihrer Lehrerin und mit der Unterstützung unseres Werkstattmeisters Herrn Aulbach mit dem Thema Energie und alternativen Energieformen. Der Schwerpunkt für alternative Energieformen wurde auf Windkraft, Wasserkraft und Solarenergie gelegt.
Auch die Berliner Volksbank war daran interessiert wie dieses Thema im Unterricht umgesetzt wird und möchte die in ihrem kommenden Geschäftsbericht einen Artikel (mit Fotos) dazu veröffentlichen.
Viele Schüler/innen kennen dieses Thema aus der Schule - aber wie wird es an sie Schüler herangetragen, wann verstehen die Schüler/innen die Inhalte und wann können etwas damit anfangen?
Ich versuchte über ein anschauliches Kontrastprogramm und der konkreten Auseinandersetzung mit wirklichen Gegenständen und einem Lernen mit allen Sinnen einen lebendigen Unterricht für die Schüler/innen in der Schule zu schaffen.
Die Schüler/innen erhielten in dieser Woche durch selbstständiges Erarbeiten und passende Experimenten den Zugang zu alternativen Energieformen.
Wie diese Woche aufgebaut war und wie die Schüler mit dieser Thematik umgegangen sind, möchte ich nachfolgend erläutern. Ebenfalls geben nachfolgenden Fotos einen Einblick in dieses Projekt.
Alles begann mit dem Vorlesen eines Märchens, in dem auf ansprechende Art und Weise auf Energie und alternative Energieformen eingegangen wurde ("Eulenpost" - dieses Märchen befindet sich im Anhang). Damit wurde der Grundstein für das Thema alternative Energieformen gelegt.
Vorab mussten aber die Schüler/innen erfahren, was überhaupt Strom ist und wo die Gefahren für Stromunfälle lauern. Ebenso erfuhren die Schüler/innen durch Experimenten, was Strom leitet und was nicht.
Es folgte nun die o.g. Schwerpunktlegung für alternative Energieformen: Wind, Wasser und Sonne!
Die Fragen: "Was ist Wind?", "Wie entsteht Wind?" und "Wie kann man Wind nutzen?" wurden anhand eines Experiments mit Teebeuteln sichtbar gemacht. (s. Fotos mit Anleitung!)
Ebenso konnte die Frage "Wie kann ich die Kraft des Wasser nutzen?", in dem durch das Experiment mit Hilfe einer Teelichthülle und eines Wasserhahns ableiten und beantwortet werden (auch hier helfen die Fotos, eine Vorstellung zu geben).
Der dritte Bereich "Sonnenenergie" wurde durch die Herstellung einer Fingerheizung eingeleitet. Ziel war die Herstellung einer kleinen Solaranlage, in der deutlich wird, wie die Sonnenenergie in unserem Beispiel in der Lage ist, einen kleinen Propeller zu bewegen. (s.Fotos). Im Anschluss an die Experimentierphase werden die Erfahrungen gemeinsam besprochen: Wie schnell dreht sich der Propeller mit wenig, viel und ohne Sonne? Warum? Die Schüler/innen erfahren in praktischen Versuchen, dass Sonnenenergie in elektrischen Strom umgewandelt werden kann. Sie erwerben technische Kompetenzen im Solarbereich.
In Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft habe ich Herr Preuß von der Firma Solar30 eingeladen, den Schüler/innen aus der Praxisklasse A den Aufbau einer Solaranlage anhand eines mitgebrachten Moduls zu erklären (das ist die Firma, die sich das Dach unserer Schule gemietet hat, um die Solaranlage darauf zu installieren)(s. ebenfalls hierzu Fotos)
Die Schüler/innen betrachten die sichtbaren Komponenten der Solaranlage auf dem Schulhof und bekommen deren Funktion erklärt. Der Stromzähler für die Anlage befindet sich an der Hausmeisterloge, an der die Schüler/innen erkennen konnten, welchen Stromertrag die Anlage genau an diesem Tag liefert.
Diese Woche hat gezeigt, dass Schüler motiviert und mit viel Freude dieses Thema praktisch erarbeitet haben. Sie haben gezeigt, dass sie mit komplexen Themenstellungen umgehen und verstehen können, wenn sie diese über praktisches TUN erfahren. Die Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft trägt erheblich zu diesem praktischen TUN bei.
Das Märchen
Eulenpost (von Merlin Handrick)
Eines Tages, in einem großen Wald hinter der Stadt, brach helle Aufregung aus unter den Tieren des Waldes. Früher war der Wald ein Ort der Ruhe und Entspannung. Die Vögel zwitscherten ihre fröhlichen Lieder, Erdhörnchen buddelten ihre Löcher, es gab Nahrung für alle im Überfluss. Der grüne Bach sprudelte und versorgte die durstigen Waldbewohner mit köstlichem, sauberem Wasser.
Lange hatte man nichts von den Menschen und der angrenzenden Stadt gehört oder gesehen. Allenfalls durchquerte mal eine kleinere Gruppe den Wald für einen Spaziergang.
An jenem Tag jedoch hatte die Eule, die sich stets als Übermittlerin von Nachrichten verstand, den Tieren hinter dem Fluss eine erstaunliche und zugleich erschreckende Beobachtung mitzuteilen. Dazuberief sie eine Versammlung ein, an der alle Waldbewohner teilnehmen sollten. Angefangen bei den kleineren Nagetieren, über Frösche und Echsen, bis hin zu Wildschweinen und Bären, alle waren dabei. Die versammelten Tiere überlegten, was die Eule ihnen wohl Wichtiges zu sagen hatte. Es war solcher Lärm, alle redeten durcheinander, dass die Eule gar nicht wusste, wie sie sich Gehör verschaffen sollte. Da kam ihr eine Idee und sie bat den Bären mit seiner dröhnenden Stimme für Ruhe zu sorgen. Der Bär tat ihr den Gefallen und brüllte so laut, dass der ganze Wald in plötzlichem Schweigen erstarrte. Da begann die Eule den aufmerksamen Tieren zu berichten, dass auf der anderen Seite des Flusses Menschen mit riesigen Baggern begonnen hatten, den Wald zu zerstören. Auf die Frage, warum die Menschen so etwas täten, erzählte die Eule, was sie gehört hatte. "Die Menschen", erklärte sie, "fällen die Bäume. Sie wollen braune Kohle aus der Erde holen. Dafür benutzen sie riesige Bagger und reißen die Erde auf." "Aber wozu brauchen sie die Kohle?", fragte eine aufgeregte Waldmaus. "Die Kohle wollen sie verbrennen, um Energie zu gewinnen", fuhr die Eule fort. "In großen Kraftwerken machen sie daraus Strom, den sie für ihre Lampen, Heizungen, Kühlschränke und noch vieles mehr brauchen." "Aber es gibt doch genügend andere Formen von Energie in der Natur", warf der Maulwurf in einer der hinteren Reihen ein. "Wenn ich mich tief genug in die Erde vorgrabe, muss ich im Sommer nicht schwitzen und im Winter nicht frieren. Die Erde ist mein Kühlschrank und meine Heizung.""Ja", ergänzte der Salamander aus der Mitte eifrig, "ch liege oft in der Sonne, um Energie zu tanken. Die Sonne ist also mein Energiespender." Plötzlich hörten sie etwas aus dem Fluss kommen. Es war der Biber, der sich verspätet hatte und nun herbeieilte. "Habe ich da eben etwas von Strom gehört? Darüber kann ich euch so einiges erzählen. Habt ihr schon mal versucht, gegen die Strömung zu schwimmen? Ich kann euch sagen, das fließende Wasser hat unglaublich viel Kraft und Energie!" "Großartig!", verkündete die Eule sichtlich erfreut. "Da haben wir ja schon eine ganze Reihe an Energiequellen, die wir den Menschen ans Herz legen können. Dann brauchen wir nur noch jemanden, der diese Informationen zu den Menschen bringt. Nun, ich schätze, das wird dann meine Aufgabe sein. Schließlich kann ich mich als Vogel leicht vom Wind über den Fluss tragen lassen." "Ja!", rief der Maulwurf, "Wenn ich Flügel hätte, würde ich auch die Energie des Windes nut zen." Die Tiere stellten sich einen fliegenden Maulwurf vor und lachten. Und so machte sich die Eule auf den Weg, um den Menschen zu erklären, wie man Energie aus der Natur gewinnt. Es vergingen viele Tage und sogar Wochen, in denen man nichts von der Eule hörte. Die Bewohner des Waldes waren hin- und hergerissen zwischen Neugier und Sorge. Jeden Tag versammelten sie sich am Fluss, um zu schauen, ob die Eule herbei geflogen käme. Konnte sie die Menschen davon überzeugen, mit der Zerstörung des Waldes aufzuhören? Würden sie ihr überhaupt Beachtung schenken? Oder sollte ihr gar etwas zugestoßen sein? Und dann, an einem besonders sonnigen Morgen lief der Bär brüllend durch den Wald. Auf seinem Rücken sitzend verkündete ein Eichhörnchen lautstark, die Eule sei zurückgekehrt und alle Waldbewohner seien angehalten, sich vor dem Fluss zu versammeln. Dort sollten sie erfahren, was die Eule bei den Menschen erreicht hatte. Nachdem alle eingetroffen waren, begann die Eule ihre Rede. "Nun, es war nicht unbedingt leicht, die Menschen von unseren Ideen zu überzeugen. Doch durch meine Überredenskünste haben sie sich schließlich dazu bereit erklärt, über unsere Vorschläge nachzudenken. Es hat lange gedauert, aber was dabei herausgekommen ist, ist erstaunlich: Die Menschen haben nun Windräder gebaut, mit deren Hilfe sie die Windenergie nutzen können. Und sie haben glänzende Platten auf den Dächern angebracht, die sie Solaranlagen nennen. So können sie allein mit Hilfe der Sonnenstrahlung ihre Häuser mit Strom versorgen. Und warmes Wasser stellen sie auch mit den Solaranlagen her." "Und was ist mit dem Wasser? Können sie daraus auch Energie erzeugen?", fragte der Biber neugierig. Die Eule erwiderte sogleich: "Auch dies haben die Menschen bedacht. So werden sie in Kürze Wasserräder am Fluss bauen und die Wasserräder treiben Maschinen an, die dann Strom erzeugen." Die Waldbewohner waren überglücklich, nun hatten sie den Menschen Wege gezeigt, wie man aus Sonne, Wasser und Wind Energie macht. Die Menschen konnten nun aufhören, nach der Braunkohle zu buddeln und die Bäume abzuholzen. Stattdessen konnten sie umweltfreundliche Energie verwenden, sodass der Wald erhalten bleibt in seiner ganzen Schönheit und den Tieren ein sicheres zu Hause gibt.
Allgemeines und Projekte im Januar, Februar 2011 in der Praxisklasse A (9.Jahrgang) unter der Leitung von Frau v. Schwartzenberg - Rüttgerodt
Die Praxisklasse A ist der erste Jahrgang, in dem von Beginn des Schuljahres an eine Einteilung nach Trimestern stattfindet. Damit findet auch die -nach den Kriterien des "Produktiven Lernens"- Unterrichtsgestaltung und Unterrichtsbewertung statt.
Was ist aber anders? Das Schuljahr ist nach Trimestern eingeteilt, was gleichzeitig bedeutet, dass diese Schüler/innen auch drei Mal im Jahr ein Trimesterbericht (Zeugnis) erhalten. Die Schüler sind an drei Tagen der Woche in einem Praxisbetrieb und an zwei Tagen findet Unterricht in der Schule statt. Inhaltlich wird der Praxisteil u.a. stark mit dem schulischen Lernen in der Praxis verbunden. Es gibt insgesamt fünf Schwerpunkte. Als Beispiel Englisch kann man sich das so vorstellen, dass die Tagesberichte in der englischen Sprache geschrieben werden oder ein anderer Bereich "wo hat mein Praxisplatz etwas mit Zahlen bzw. mit den Naturwissenschaften zu tun?" und daraus lassen sich konkrete Aufgaben entwickeln. Diese Ausarbeitungen werden in dem Berichtshefter gesammelt, der wiederum von mir in regelmäßigen, individuellen Terminen mit den einzelnen Schüler/innen besprochen und bewertet wird. An den zwei Schultagen findet Unterricht u.a. in Deutsch, Englisch und Mathematik statt. Ferner gib es den Lernbereich ( u.a. Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften) und den Kommunikationsbereich (u.a. Präsentationen, Ethik).
Während der Schulzeit werden die genannten Themenbereiche mit praktischen Tätigkeiten, die unterschiedliche Berufsbilder beinhalten, verknüpft. Im Januar arbeiteten die Schüler/innen in der Holzwerkstatt mit den Materialien Holz und Kunststoff.
Unterrichtsstruktur der Klasse "915" an der FOS
Die 915 ist eine Klasse, in der individuelles Lernen und Praxislernprojekte als Schwerpunkt der unterrichtlichen Gestaltung zu sehen ist.
Unterrichtet werden in dieser Klasse insgesamt 15 Schüler/innen.
Der Unterricht wird durch ein Lehrerkleinteam (insgesamt 4 Lehrer/innen) erteilt.
Zwei Lehrerinnen betreuen die Schüler/innen an ihren Praxisorten. Alle Schüler/innen erhalten bei Bedarf eine kontinuierliche individuelle Lernberatung.
An jeweils zwei Tagen in der Woche lernen die Schüler/innen außerhalb der Schule, im Rahmen von individuellen mehrmonatigen Praxislernorten (die sie interessenbezogen wählen) in unterschiedlichen Betrieben und Einrichtungen.
Drei Tage der Woche stehen für innerschulische Arbeit zur Verfügung. Hier nehmen die Schülerinnen und Schüler an Deutsch, Mathematik, Englisch, naturwissenschaftlichen Lernbereichen wie Biologie, Chemie und Physik und ebenfalls projektorientiert an gesellschaftswissenschaftlichen Themen wie Geschichte, Erdkunde und Sozialkunde sowie an Musik, Kunst, Ethik und Sport teil. Auch der praktische Teil geht nicht verloren. Jeder Schüler/in baut während der Unterrichtzeit einen eigenen Schreibtisch in der schuleigenen Holzwerkstatt, den sie nach Fertigstellung individuelle gestalten dürfen. Den weiteren Auftrag in dieser Klasse sehen wir darin, die Schüler zu umweltbewusstem Handeln, friedlicher Konfliktlösung und Toleranz untereinander zu bewegen.
Nach erfolgreichem Besuch der 9. Jahrgangsstufe können die Schüler/innen den Hauptschulabschluss und die Berechtigung zur weiteren Teilnahme in der Jahrgangsstufe 10 erwerben.
Sofern sie auch die Jahrgangsstufe 10 erfolgreich durchlaufen, können sie den erweiterten Hauptschulabschluss erhalten. Am Ende der Jahrgangsstufe 10 kann darüber hinaus der mittlere Schulabschluss erworben werden.
Wer kann in die "915" ?
Die "915" wendet sich an Schüler/innen der Schule, die erfolgreich andere Lernwege beschreiten wollen und an der bisher in den besuchten Kerngruppen in Schwierigkeiten geraten und gegebenenfalls schuldistanziert sind, so dass sie den angestrebten Abschluss unter den bisherigen Bedingungen voraussichtlich nicht erreichen würden.
Zur individuellen Förderung wird der Unterricht in der "915" so entwickelt, dass auch Schüler/innen, die an sie gestellten Leistungsanforderungen erbringen können, und er insbesondere für solche Schüler/innen geeignet, die mit dem Regelangebot nicht zurecht kommen.
Weitere Voraussetzungen für die Aufnahme in die "915" ist in einer Aufnahmerunde/ Aufnahmegespräch, in dem zu ermittelt wird, ob
- Interesse am Praxislernen,
- Mitwirkungsbereitschaft an individuellen Lernprozessen,
- Kommunikationsbereitschaft,
- der Wille, Verabredungen einzuhalten und eingegangenen Verpflichtungen
nachzukommen, erkennbar sind.
Schuldnerberatung des Diakonischen Werks Berlins in der FOS
Ein besonders wichtiger Bereich in der heutigen Zeit unserer Jugendlichen ist der Umgang mit dem Geld. Junge Menschen müssen heute mit einem finanziellen Alltag umgehen, auf den sie zumeist nicht gut vorbereitet sind. In diesem Zusammenhang nahm ich Kontakt mit Frau Heine, (Schuldnerberatung des Diakonischen Werks Berlins), auf. Es fanden zu dem Thema "Geldkunde" vier Doppelstunden statt, in der die Schüler/innen die vielfach geforderte Vermittlung von Finanzkompetenzen erfuhren. Es wurde nicht nur der Umgang mit Geld vermittelt, sondern auch die Abwägung von Bedürfnissen, Alternativen der Bedürfnisbefriedigung sowie langfristige finanzielle Planung als Bestandteile gesehen. So z.B. wurde durch aktives Handeln geübt, wie eine Haushalsplanung durchzuführen ist oder Rechtsgeschäfte geführt werden bzw. was Verträge sind und welche Gefahren damit lauern, denn oft ist die Tragweite eigenen rechtsgeschäftlichen Handelns nicht bekannt.
Ziel ist es, mit dem Thema "Geldkunde", die Schüler/innen für ihre an der wirtschaftlich bestimmten Lebenswelt zu stärken.
Der Werdegang des Projekts "Praxisklasse B"
Die Schüler und Schülerinnen der Praxisklasse B befinden sich nunmehr in der Jahrgangsstufe 10, d.h. sie durchlaufen seit anderthalb Jahren das Projekt!
Die Fragen hierzu sind:
- Was ist bisher passiert?
- Was hat sich bei den Schülern/innen verändert?
- Auf welchem schulischen Stand sind sie und war der Weg in der Praxisklasse der richtige Weg?

Mit Beginn der 10. Jahrgangsstufe hat sich auch der inhaltliche Rahmen des schulischen Ablaufs geändert. Der Unterricht, wie auch der gesamte Wochenablauf hat sich dem Konzept des "Produktiven Lernens" angepasst. Der Wochenablauf wurde gegliedert in drei Tage Praktikum und zwei Tage Schule.
Dies reichte jedoch für die Schüler nicht aus, eine Motivationsänderung -ich will jetzt lernen!!- zu erzielen. Frau Küchenmeister berichtete mir von einem Projekt des Deutschen Theaters, in welchem das Thema "Taugenichts" behandelt wird. An dieser Stelle wurde klar, dass die Praxisklasse angesprochen werden musste. So entstand eine Verbindung zum Deutschen Theater, die gern auf unsere Idee einstiegen, die betroffenen Schüler/innen in das Theaterstück einzubeziehen. Ab Herbst 2011 probten die Schüler/innen der Praxisklasse nunmehr einmal pro Woche mit Mitgliedern des Deutschen Theaters. Damit war der Start mit dem Theaterprojekt aktiv ins Leben gerufen und zwar mit der Überzeugung, dass hiermit ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Stärkung der Persönlichkeit dieser Schüler/innen geleistet wird.
Positive Auswirkungen lassen sich zwar schwer mathematisch messen. Gleichwohl ist der Eindruck entstanden, dass die Schüler/innen durch das Theaterstück sensibilisiert wurden, ihre Lage richtig zu erkennen und entsprechend reagieren konnten. Die Schüler/innen hatten Freude an dieser Art von Umsetzung ihrer Person, so dass sie sich dazu beriet erklärten, auch an Wochenenden und sogar in den Winterferien mit dem Deutschen Theater zu proben. Inzwischen kamen zu den Proben auch Schüler/innen von einem Gymnasium in Steglitz hinzu. Zu beobachten war hier, dass es keinerlei Schwierigkeiten zwischen den Schülern untereinander gab, sondern sie sich eher ergänzten.
Damit aber noch nicht genug, denn auch ein Schulabschluss sollte angestrebt werden! Um den Schülern/innen der Praxisklasse B eine neue Möglichkeit zu eröffnen, einen qualifizierten Schulabschluss zu erwerben, wurde ab Dezember 2010 in Zusammenarbeit mit der Grone -Schule ein Projekt vereinbart, bei dem der schulische Lernort ausgelagert wird. Das Projekt besteht aus drei Phasen:
1. In den ersten zwei Wochen im Dezember (außer am Mittwoch, da an diesem Tag Theaterproben stattfinden) sind die Schüler/innen zum Lernen von Verhaltensregeln mit einem Förster und einem pädagogischen Mitarbeiter im Grunewald gegangen, um dort Waldarbeiten durchzuführen.
2. Ab Januar 2011 ist der außerschulische Lernort die Grone - Schule, an der dann der Unterricht stattfindet. Die bisherige Teilnahme an einem Praktikum entfällt.
3. Ende Februar 2011 wird eine Woche lang in einem Bildungscamp intensiv für den Schulabschluss gearbeitet. Dieser kann der einfache, der erweiterte wie auch der Mittlere Schulabschluss sein.
Durch die veränderten Lernbedingungen haben die Schüler/innen der Praxisklasse gezeigt, dass sie in der Lage sind, durchzuhalten und ein festes Ziel anzusteuern.
Barbara v. Schwartzenberg-Rüttgerodt
-Klassenleitung-


















































