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21.5.2013 : 19:10

Unser Blutkreislauf

Der Blutkreislauf ist ein Netzwerk von Blutgefäßen. Durch die Blutgefäße pumpt das Herz stetig und regelmäßig Blut. Über dieses Versorgungs- und Entsorgungsnetzwerk gelangt das Blut in jeden Bereich des Körpers und wieder zurück: in Organe wie Herz, Lunge, Leber, Magen, Darm, Gehirn, Niere oder Milz, in Haut und Muskeln und andere Gewebe. Blut besteht aus einem flüssigen Anteil, dem Blutserum, und festen Bestandteilen, den Blutzellen. Bestimmte Blutzellen, die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin. Hämoglobin bindet Sauerstoff. Mit Hilfe von Hämoglobin transportieren die roten Blutkörperchen den Sauerstoff zu den Körperzellen und geben ihn dort ab. Die Zellen brauchen den Sauerstoff (O2) für ihren Stoffwechsel. Als "Abfallprodukt" entsteht dabei Kohlendioxid (CO2). Dieses wird in den roten Blutkörperchen zurück zur Lunge transportiert und dort über die Ausatmluft abgegeben. Die Blutkörperchen werden dort mit frischem Sauerstoff "beladen" und der Kreislauf geht von vorne los.

"Motor" des Blutkreislaufes ist das Herz. Es sorgt mit seiner Pumpleistung dafür, dass alle Organe, Gewebe und jede noch so kleinste Zelle unseres Körpers ständig ausreichend mit Sauerstoff, Nährstoffen, Vitaminen, Mineralien, Botenstoffen und anderen wichtigen Substanzen versorgt sind. Stetig und ohne Pause schlägt das Herz - jeden Tag etwa 100.000-mal. Pro Tag pumpt der Muskel dabei bis zu 10.000 Liter Blut durch die Blutgefäße. Welches Organ oder Gewebe wie viel Blut bekommt, ist im Körper genau geregelt. Das Gehirn wird am besten mit Blut durchströmt. Etwa 13 % der Blutmenge, die das Herz in einer Minute in den Körper pumpt, gelangen in das Gehirn. In manchen Situationen - zum Beispiel beim Lesen, Schreiben oder Rechnen, wird das Gehirn stärker durchblutet als z.b. im Schlaf. Doch insgesamt wird die Durchblutung des Gehirns meist ziemlich konstant gehalten. Auf einen Sauerstoffmangel reagiert das Gehirn besonders empfindlich: Nervenzellen im Gehirn sterben ohne Sauerstoff schnell ab und können nicht durch neue Zellen ersetzt werden.

Auch die Herzkranzgefäße (Koronarien) werden immer möglichst gleichmäßig durchblutet - mit etwa 4 % des Herzzeitvolumens (HZV). Denn die Herzkranzgefäße sind wichtig, damit das Herz selbst mit Sauerstoff versorgt wird. Die Nieren werden mit etwa 20 bis 25% des Herzzeitvolumens durchblutet. Im Vergleich zu ihrem Gewicht (nur 0,5 % des Körpergewichtes) erhalten die Nieren ziemlich viel Blut. Sie müssen aber mit so viel Blut durchströmt werden, weil sie das Blut von schädlichen Substanzen reinigen und über den Harn ausscheiden. Die anderen Organe bekommen mal mehr, mal weniger Blut, je nachdem, wie "aktiv" sie gerade sind. Nach dem Essen erhält zum Beispiel der Magen-Darm-Trakt ziemlich viel Blut, etwa 24 % des HZV. Treibt der Mensch Sport oder leistet körperliche Arbeit, wird seine Skelettmuskulatur stärker durchblutet als in Ruhe. Das Herz pumpt dann mehr Blut pro Minute in den Körper, etwa 3 Viertel davon gelangen bei körperlicher Anstrengung in die Skelettmuskulatur.

Bei diesen Prozentangaben ist klar, dass Magen-Darm-Trakt und Skelettmuskulatur natürlich nicht gleichzeitig maximal mit Blut durchströmt werden können. Deshalb sollte man nach dem Essen 1-2 Stunden warten, bis man Sport treibt. Bei körperlicher Anstrengung wird die Haut ebenfalls stark durchblutet. Damit gibt der Körper Wärme ab. Das Aussehen von verschwitzten, rotgesichtigen Joggern kennt jeder. In Notsituationen kann der Körper die Durchblutung der Organe drosseln, die in dem Fall "nicht so wichtig" sind: Magen-Darm-Trakt, Nieren, Skelettmuskulatur und Haut werden nicht mehr so stark durchblutet. Menschen im oder kurz vor einem Schock sehen deshalb blass aus. Die Betroffenen fallen in Ohnmacht, wenn das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Dies nennt man "Synkope".